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Mein erstes Jahr als Selbstständige

Mein erstes Jahr als Selbstständige


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Zack, da hab ich das genaue Datum sogar schon verpasst: Denn am 1. Februar 2019 habe ich mit den Schnurrberts auf mein erstes Jahr als Selbstständige angestoßen. Ein Jahr lang bin ich also schon mein eigener Chef und bin nur mir selbst – und den Schnurrberts – Rechenschaft schuldig. Gut. Und meinem Konto irgendwo auch. NAJA.

KuneCoco • Mein erstes Jahr als Selbstständige • GoDaddy

Ich bin selbstständige Social Media Managerin. Und Bloggerin. Und Onlineshop-Betreiberin. Mein Geld verdiene ich also durch drei verschiedene Säulen. Wobei der Löwenanteil natürlich durch meine Tätigkeit als Social Media Managerin für andere Unternehmen und Agenturen kommt, der KuneCoco Onlineshop zugegeben aktuell (noch?) mehr Hobby als ernsthaftes Standbein ist und der Blog irgendwo dazwischen. Das ist aktuell für mich eine sehr gute Mischung und ich kann aus vollen Herzen sagen:

Der Entschluss vor einem Jahr, mich selbstständig zu machen, war die beste berufliche Entscheidung, die ich treffen konnte!

Schon während meines Studiums habe ich mich nebenberuflich selbstständig gemacht. Damals hab ich vor allem im grafischen Bereich gearbeitet und (zugegeben) sehr gruslige Designarbeiten erledigt. Schon im Laufe meines Studiums hat sich meine Selbstständigkeit verändert, hin in Richtung Online und Social Media Redaktion. Ich hätte aber niemals gedacht, dass ich irgendwann mal komplett selbstständig arbeiten würde. Mein Sicherheitsbedürfnis ist viel zu groß. Dachte ich jedenfalls. Ich komme auch nicht aus einer Unternehmerfamilie, habe im familiären Umfeld also niemanden, der mir das vorgelebt hat oder der mich zu diesem Schritt ermutigt hat. Daher stand das Thema lange Zeit gar nicht für mich zur Debatte.

Herausforderungen im ersten Jahr der Selbstständigkeit

Aber irgendwann war der Entschluss da. Nicht von heute auf morgen, ganz im Gegenteil. Das Thema musste sehr lange in meinem Kopf reifen, fühlte sich phasenweise komplett absurd an, und irgendwann dachte ich „jetzt oder nie“. Jetzt, über 1 Jahr später, bin ich mir noch sicherer als am Anfang, dass das die richtige Entscheidung für mich war. Auch, wenn nicht immer alles heiter Sonnenschein ist und ich natürlich auch Schwierigkeiten zu überwinden hatte.

Organisatorische Tätigkeiten brauchen Zeit

Wow, was habe ich gerade diesen Punkt zu Anfang völlig unterschätzt. Dabei gab es gerade zum Start meiner Selbstständigkeit so einige organisatorische Dinge zu klären. Unzählige Telefonate mit dem Finanz- und Gewerbeamt, dem Steuerberater, der unwilligen Krankenkasse… um nur ein paar Stationen zu nennen. Und zack war auch schon mal der halbe (oder ganze) Tag vorbei und so richtig geschafft hatte ich (gefühlt) nichts. Dafür bluteten mir die Ohren von all den Telefonaten.

Auf dem Blog von GoDaddy habe ich übrigens über sieben meiner Lieblingstools geschrieben – das Zeiterfassungstool Toggl ist auch ganz vorne mit dabei. Schau also gerne mal bei GoDaddy vorbei, wenn du sehen willst, welche Tools ich noch so nutze!

Seitdem ich selbstständig arbeite, weiß ich jetzt auch ordentliche Zeiterfassung erst richtig zu schätzen. Früher zu Agenturzeiten war das nur lästige Pflicht, aber jetzt sehe ich erst, wie wertvoll das ist. Denn inzwischen plane ich ordentlich Zeit für organisatorische Dinge ein. Das vermeidet Stress. Denn gerade solche Dinge wie eine ordentliche Ablage (analog und digital!), Steuern, Angebote und Akquise fressen unheimlich viel Zeit – und bringen (erstmal) kein Geld ein. Umso wichtiger, dass du diese Zeit im Auge behältst.

In die richtige Denkweise kommen

Ich möchte eigentlich vermeiden, irgendwas von „das richtige Mindset“ zu faseln, weil ich finde, dass das immer ganz schlimm esoterisch und abgehoben klingt. Aber egal, ob du „Mindset“, „Gedankenwelt“ oder sonstwas dazu sagen willst: Als Selbstständige denke ich inzwischen ganz anders, als noch als Festangestellte. Und das in ganz vielen Punkten.

  • Keine Angst haben: Noch vor zwei Jahren hätte ich dir gesagt, dass ich niemals Vollzeit selbstständig sein werde. Zu groß war die Angst, die Unsicherheit. Aber vor was eigentlich? Heute frage ich mich nicht mehr „Was ist, wenn es schiefgeht?“ sondern lieber „Was ist das schlimmste, was passieren könnte?“. Und meist ist das schlimmste gar nicht wirklich schlimm. „Was ist, wenn mir die Selbstständigkeit nicht gefällt?“ Ja, dann geht man wieder in eine Festanstellung. „Was ist, wenn ich keine Aufträge bekomme?“ Auch hier ist es nicht so, dass man in Deutschland direkt unter der Brücke schlafen muss. Ein super ausgeleierter Spruch, aber er ist unheimlich wahr: „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“.
  • In mich selbst investieren: Schulungen, Workshops, neue Technik. Auch darum muss ich mich als Selbstständige nun zu 100 Prozent selbst kümmern. Anfangs widerstrebte es mir regelrecht, Geld für „mein Business“ auszugeben. Aber jetzt bin ich super froh, dass ich zum Beispiel endlich mein neues Blogdesign habe und von Blogspot weg bin. Dieses Jahr geht es dann zusammen mit GoDaddy noch an einige Feinarbeiten, aber dazu dann ein andermal mehr!
  • Netzwerken nicht unterschätzen: Inzwischen kenne ich super viele andere Freelancer. Manche arbeiten in einem ganz ähnlichen Bereich wie ich, andere machen etwas völlig anderes. Und beides sind tolle Kontakte. Bekomme ich eine Anfrage aus einem Bereich, den ich selbst nicht abdecke (Influencermarketing zum Beispiel), dann weiß ich genau, wen meiner Kollegen ich empfehlen kann. Genauso ist es, wenn ich aktuell keine Zeit habe. Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalität sind hier nicht gefragt. Lieber verweise ich auf eine liebe Kollegin, die noch Zeit hat. Der Kunde ist froh über meine Empfehlung, die Freelancerkollegin oder der -kollege haben eventuell einen neuen Auftrag und alle sind happy.

Kenne deinen Wert!

Ja, keiner redet gerne über Geld. TU ES TROTZDEM! Gerade am Anfang hat es mir unheimlich geholfen, mich mit anderen Freelancern und Selbstständigen auszutauschen, was Stunden- und Tagessätze angeht. Ja, es gibt auch Webseiten und Stundensatzrechner und Listen… Am besten ist es aber, dich mit anderen auszutauschen. Mach nicht den Fehler und versuche, deinen „Stundensatz“ aus deiner Zeit als Festangestellter zu übernehmen. Als Selbstständige kommen jetzt ganz andere Kosten auf dich zu. Krankenkasse, Steuern, um deine Altersvorsorge musst du dich auch komplett selbst kümmern, eventuelle Beiträge zur IHK oder anderen Kammern, Versicherungen UND GANZ WICHTIG: Denk unbedingt auch an Urlaubs- und Krankheitstage. Als Selbstständige zahlt dir das alles nämlich keiner. Dafür musst du selbst sorgen.

Und ja, es gibt immer mal wieder Kunden, die versuchen, mich zu verunsichern. Mit Sprüchen wie „also, unsere anderen Freelancer nehmen aber nur 20/40/60 € pro Stunde…“. Bei einem meiner ersten Anfragen bekam ich von einem Geschäftsmenschen zu hören „WAS? Das verdiene ja nicht mal ich! Können wir die Hälfte machen?“ – wage ich zu bezweifeln. Und ja, dieser Auftrag kam dann natürlich auch nicht zustande. Aber ist auch nicht schlimm. Schlimmer wäre es gewesen, den Auftrag anzunehmen, meine Zeit für einen (zu) geringen Satz zu blockieren und dafür andere, lohnenswertere Projekte absagen zu müssen.

Generell ist mir eines bewusst geworden: Ich bin komplett selbst für mich verantwortlich. Also, die Erkenntnis ist jetzt nicht neu, aber in diesem ersten Jahr ist sie mir noch klarer geworden. Heute kann ich zum größten Teil selbst entscheiden, wie viel ich arbeiten möchte und zu welchen Bedingungen. Ich muss noch lernen, mir auch genügend Pausen und Ruhephasen zu gönnen. „Selbst und ständig“ ist ein oft gesagter Spruch, aber genau das möchte ich eben nicht. Selbst ja, ständig nein.

Ich bin super gespannt, wie ich mein zweites Jahr als Selbstständige gestalten werde. Vorgenommen habe ich mir viel, aber meistens kommt es ja doch immer ein bisschen anders, als man denkt. Auf jeden Fall möchte ich dieses Jahr wieder mehr eigene Projekte vorantreiben. Meinen kleinen KuneCoco-Shop zum Beispiel. Auch hier auf KuneCoco hab ich wieder mehr vor. Und ein neues kleines Herzprojekt liegt auch schon seit November letzten Jahres brach, weil ich bisher nicht die Zeit dazu gefunden habe. Das nehme ich dann eben jetzt in 2019 in Angriff!

Hast du weitere Fragen zum Thema Selbstständigkeit?

1 Kommentar

  1. 3 Monaten vor

    Jenni! Mega Text! Ich finde mich da komplett wieder. Bei dem Kommentar zu deinem Stundensatz musste ich richtig lachen, weil ich genau den gleichen Satz auch schon gehört habe. Vielleicht war es ja die gleiche Person? 😛 Danke für den Artikel! Spricht mir aus der Seele

Wer schreibt hier?

Jenni Jenni, 29, hat einen Schweine-Tick und wohnt zusammen mit ihren beiden frechen Katern, den Schnurrberts, seit vier Jahren im schönen Düsseldorf. Schreibt hier auf KuneCoco seit 2012 über DIY und – natürlich – Schweine!
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